Behandlung von Prostatakarzinomen

Das Prostatakarzinom zählt in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Das Robert Koch-Institut beziffert die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen mit nahezu 50.000. Die Inzidenzrate steigt mit dem Alter an. Zu den therapeutischen Optionen, die je nach Stadium der Erkrankung und Alter des Patienten eingesetzt werden, gehören „Active Surveillance“ (Beobachten und Kontrollieren), Prostatektomie, Radiotherapie, Hormon- und Brachytherapie. Die Nebenwirkungen betreffen vor allem die Sexualfunktion, die ableitenden Harnwege und den Enddarmbereich. Entsprechende Folgen können erektile Dysfunktion, Reizblase sowie Harn- und Stuhlinkontinenz sein.

Radiochirurgische Behandlung von Prostatakarzinomen mit dem CyberKnife-System

Aufgrund der Nebenwirkungen sowie der oft langen Behandlungsdauer erleben viele Patienten die konventionellen Verfahren als belastend. Die Therapie mit dem CyberKnife-System bietet eine effiziente und nebenwirkungsarme Alternative. Die radiochirurgische CyberKnife-Behandlung wurde erfolgreich beim Prostatakarzinom mit niedrigem bis mittlerem Risiko (PSA = < 20 ng/ml, nicht kapselüberschreitend) in vier bis fünf Behandlungssitzungen durchgeführt.

Vorläufige Ergebnisse nach dieser so genannten hypofraktionierten Strahlenbehandlung zeigten ein gutes Tumoransprechen bei minimaler Belastung des umgebenden Gewebes mit geringen Nebenwirkungen, was sich positiv auf die Lebensqualität der Patienten auswirkte. Die Lageänderung der Prostata im kleinen Becken wird durch Blasen- und Darmaktivität beeinflusst und kann in einem Zeitraum von 30 Sekunden bis zu 5 mm betragen. Über die kontinuierliche Bildführung des CyberKnife-Systems werden die Organbewegungen während der gesamten Behandlung nahezu in Echtzeit verfolgt und vom System automatisch korrigiert, so dass während der Behandlung eine hochpräzise Applikation der Strahlung gewährleistet ist. In dosimetrischer Hinsicht (hohe fraktionierte Strahlendosen auf ein kleines Volumen) entspricht die Behandlung mit dem CyberKnife-System einer hochdosierten Brachytherapie (HDR-Brachytherapie). Die erektile Funktion kann in mehr als 80 Prozent der Fälle erhalten werden. Nach konventioneller Prostatektomie oder Radiotherapie beläuft sich diese Rate auf 50 bis 70 Prozent.

In einer Phase-II-Studie bei Patienten mit geringem Metastasierungsrisiko erreichten 78 Prozent der Patienten zwölf Monate nach der CyberKnife-Behandlung einen PSA-Wert ≤ 4 ng/ml. Der niedrige PSA-Wert blieb über mindestens drei Jahre lang bestehen. Die Akuttoxizität (Harnröhre, Rektum) und Spätkomplikationen waren vergleichbar mit denen der konventionell fraktionierten Radiotherapie.